Tanz hält Berbé Schmidt das ganze Leben über fit
Gerade vier Lenze war die kleine Berbé alt, als sie mit ihrer Mutter zum ersten Mal den Friedrichstadtpalast besuchte. Von der ersten Minute an war die Bühne ihr Element. Nach einem Gespräch mit der Ballettmeisterin und einem Vortanzen schaffte sie es, dass sie aufgenommen wurde und von 1945 bis 1951 in der Kinderrevue mitspielen und trainieren konnte. In dem letzten Stück "Rummel, Rummel" war sie der "Kinderstar". Danach ging das Kindertheater in die Staatsoper. 1958 legte Berbé ihre staatliche Prüfung als "Tänzerin" ab. In den folgenden Jahren trat sie an vielen Stellen der Bundesrepublik auf, und gelegentlich kann man sie noch heute als Tänzerin an der Seite bekannter Stars in Wiederholungen älterer Fernsehshows sehen. Anfang der 70er nahm die "Ballettratte" eine Tätigkeit als Altenpflegerin in Reinickendorf an. Bald gründete sie Senioren-Tanzgruppen und zog 1976 in das damals neu gebaute Fontane-Haus.
"Ihr" Club der Lebensfrohen (CdL), in dem sich inzwischen 440 (!) Damen und sogar etliche Herren durch tänzerische Gymnastik fit halten, ist ihre neue Berufung geworden. Vor allen Dingen richtete die heimliche Ballett-Königin im Laufe der Zeit Show-Tanzgruppen ein. Diese haben so nette Bezeichnungen wie "CdL-Ballett", "Show-Gymnastik", "Fonni-Girls" oder das "Panik-Ballett" der Herren. Für Showeinlagen bei etlichen Anlässen sind die Gruppen zu einem Geheimtipp geworden. Berbé Schmidt organisiert nicht nur die Auftritte, wie selbstverständlich wird auch immer selber mittanzt. Insgesamt hatte ihr Ballett-Ensemble bereits über 1000 Auftritte, auch über die Bezirksgrenzen hinaus. So trat es öfter auf bei "Mit RIAS in die Ferien" und blickte über den Tellerrand hinaus bei Veranstaltungen von ARD, RBB und ZDF, unter anderem 1985 als aktive Gäste im ZDF-Fernsehgarten.
Seit August 2006 ist Berbé Schmidt im "Ruhestandsalter" . Doch ans Aufhören denkt die resolute zierliche Tänzerin nicht. "Ick mache so lange weiter, bis ick umfalle", versichert sie, und schon ist sie wieder auf dem Weg in den Übungsraum. Darum wird es am am 3. März sowie am 3. und 4. November 2010 im Ernst-Reuter-Saal wieder heißen: "Bühne auf zu Schmidtn's Varieté."
